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Übertragen werden die Milben durch direkten Körperkontakt, d.h. enger Haut-zu-Haut-Kontakt wie beim gemeinsamen Schlafen, Kuscheln, beim Spielen, bei der Körperreinigung/Körperpflege, beim Geschlechtsverkehr und selten durch Textilien.
Krätzemilben bewegen sich nur langsam und orientieren sich an Geruch- und Temperatur¬gradienten. Eine Über¬tragung setzt einen gro߬flächigen, längeren und konti-nuier¬lichen Haut-zu-Haut-Kontakt in der Größen¬ordnung von 5 bis 10 Minuten voraus. Demzufolge sind Hand¬schütteln, Begrüßungs¬küsse, Um¬armungen etc. von Patienten ohne Risiko.

In Mitteleuropa sind besonders häufig Kinder und Mütter betroffen sowie immunsupprimierte Personen und sexuell aktive Erwachsene. Ausbrüche sind insbesondere in Einrichtungen zu verzeichnen, wo Personen über längere Zeit zusammen-leben, betreut oder medizinisch versorgt werden, und in denen enger Haut-zu-Haut-Kontakt üblich ist. Hierzu zählen Kinder¬gärten, Ein¬rich¬tungen für Behinderte, Ob¬dach-losen¬asyle, Gefäng¬nisse, Alters¬heime und Kranken¬häuser.

Die Ersterkrankung tritt nach einer Inkubationszeit von 2-5 Wochen auf. Die Reinfektion meist nach 1-2 Tagen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch heftiges Hautjucken vor allem nachts. Bedingt durch eine allergische Reaktion auf den Milbenkot kommt es zur Ausbildung von kleinen Papeln, Bläschen oder Pusteln auf der Haut.
Bevorzugte Körperstellen sind:
 Fingerzwischenräume, Handgelenke
 Ellenbogen und Umgebung der Brustwarze
 Nabel, Leiste, genitalregion (Penisschaft), Gesäß
 Knöchelregion, Gürtellinie
 Bei Säuglingen und Kleinkindern auch Kopf und Gesicht möglich

Manchmal sind Milbengänge mit dem bloßen Auge zu erkennen.

Bei dem Verdacht auf eine Skabiesinfektion kann die Diagnose durch folgende Untersuchungen gesichert werden:
 durch mikroskopischen Nachweis von Milben, Eiern oder Skybala aus einem Hautgeschabsel,
 mittels Klebebandtest
 mittels Dermatoskopie

Im Krankenhaus sollten erkrankte Personen bis 24 Stunden nach erster ordnungsgemäßen Behandlung isoliert werden. Bei engem Körperkontakt oder Beziehen der Bettwäsche sollten Schutzkittel und Einmalhandschuhe getragen werden.
Der Fokus der Hygienemaßnahmen sollte vor allem auf Tex¬tilien und Gegen¬stände liegen, zu denen die Erkran¬kten längeren/gro߬flächigen Hautkontakt hatten. Die Durch-führung sollte während bzw. direkt nach der Behand¬lung der Erkrankten erfolgen:
 Wechsel der Ober- und Unterbekleidung sowie der Bettwäsche alle 12-24 Stunden
 2x täglich Handtuchwechsel
 Waschen der Kleidung bei mindestens 60°C oder 3 Tage in geschlossenen Plastiksäcken aufbewahren und dann waschen
 Nicht waschbares Plüschspielzeug können für die Dauer von 12 Stunden bei -25°C im Gefrierfach von Milben befreit werden
 Polstermöbel und textile Fußböden mit einem Staubsauger absaugen

Die Hände sollten zusätzlich zur Händedesinfektion gewaschen und die Nägel bebürstet werden!

Die Therapie kann topisch mittels Skabiziden wie Permethrin 5% oder oral mit Ivermecetin erfolgen. Aktuell liegen keine einheitlichen therapeutischen Richtlinien vor.

In Deutschland besteht keine krankheits- oder erregerspezifische Meldepflicht gemäß IfSG.
Allerdings haben Leiterinnen und Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen gemäß § 34 Abs. 6 IfSG das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich zu benachrichtigen, wenn in ihrer Einrichtung betreute oder betreuende Personen an Skabies erkrankt oder dessen verdächtig sind.
Leiterinnen und Leiter von Einrichtungen nach § 36 Abs. 1 Nr. 2-6, z. B. von Pflegeeinrichtungen, Justizvollzugsanstalten, Obdachlosenunterkünften, Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen oder sonstigen Massenunterkünften haben gemäß § 36 Abs. 3a IfSG das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich zu benachrichtigen, wenn in ihrer Einrichtung betreute oder betreuende Personen an Skabies erkrankt oder dessen verdächtig sind.
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