Sie haben Fragen ?
02161 24 77 90

Infektionsweg

Die Übertragung von Influenzaviren erfolgt überwiegend durch Tröpfchen, die eine Partikel-größe von mehr als 5μm haben, insbesondere beim Husten oder Niesen entstehen und über eine geringe Distanz auf die Schleimhäute der Atemwege von Kontaktpersonen gelangen können. Einzelne Publikationen legen auch die Möglichkeit einer aerogenen Übertragung durch sogenannte Tröpfchenkerne nahe, die kleiner sind (< 5μm), auch beim normalen Atmen oder Sprechen entstehen und länger in der Luft schweben können. Darüber hinaus ist eine Übertragung auch durch direkten Kontakt der Hände zu Oberflächen, die mit virus-haltigen Sekreten kontaminiert sind, und anschließendem Hand-Mund-/Hand-Nasen-Kontakt möglich (z.B. durch Händeschütteln).

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit ist kurz und beträgt durchschnittlich 1-2 Tage.

Klinische Symptomatik

Die Influenza-typische Symptomatik ist durch plötzlichen Erkrankungsbeginn, Fieber, Husten oder Halsschmerzen sowie Muskel- und/oder Kopfschmerzen gekennzeichnet. Weitere Symptome können allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche, Rhinorrhö, selten auch Übel-keit/Erbrechen und Durchfall sein. Allerdings können auch viele weitere, meist virologische Atemwegserreger eine solche Symptomatik verursachen.

Zu beachten ist weiterhin, dass bei Weitem nicht alle Influenza-Infizierten mit typischer Symptomatik erkranken. Als Faustregel kann gelten, dass es bei etwa einem Drittel der In-fektionen zu einem fieberhaften, einem weiteren Drittel zu einem leichteren und dem letzten Drittel zu einem asymptomatischen Verlauf kommt. Die Krankheitsdauer liegt in der Regel bei 5 bis 7 Tagen, die in Abhängigkeit von der individuellen Konstitution sowie Komplika-tionen und Risikofaktoren jedoch auch deutlich länger sein kann.

Selten kommt es zu schweren Verläufen, wobei pulmonale Komplikationen im Vordergrund stehen. Diese fallen in die Kategorien:

  1. primäre Influenzapneumonie durch das Virus selbst, 
  2. bakterielle Pneumonie nach Superinfektion (u.a. durch Pneumokokken,
    Staphylokokken, Haemophilus influenzae) oder 
  3. Exazerbationen chronischer Lungenerkrankungen.

Die Beteiligung weiterer Organe kann zu Myositis und Rhabdomyolyse, Enzephalitis oder Myokarditis führen.

Bei Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf tritt eine Verschlechterung oft ca. 3 bis 10 Tage nach Symptombeginn auf. Betroffen sind v.a. ältere Personen und Personen mit Grundkrankheiten. Zu diesen zählen z.B. chronische Herzerkrankungen, chronische Lungenerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus), Immundefekte, neurologische bzw. neuromuskuläre Erkrankungen und schwere Fettleibigkeit (Adipositas). Außerdem erhöht eine Schwangerschaft, v.a. im fortgeschrittenen Stadium, das Risiko für einen schweren Verlauf. 

Eine leichtere, aber häufige Komplikation der Influenza bei Kindern ist die Mittelohrentzünd-ung. Auch bei Kindern können schwere Erkrankungen mit Beatmungspflicht und Komplika-tionen wie z.B. Myokarditis oder Enzephalopathie auftreten. Zu beachten ist bei Kindern außerdem, dass die Gabe von Salizylaten (z.B. ASS) kontraindiziert ist, da sie zum Reye-Syndrom führen können. Das Reye-Syndrom ist gekennzeichnet durch eine akute Enze-phalopathie in Kombination mit einer fettigen Degeneration der Leber.

Labordiagnostik

Für die Labordiagnostik von Influenza stehen als Methoden die Nukleinsäureamplifika-tionstechnik mittels PCR, der Antigennachweis mittels ELISA und im Schnelltest sowie die Viruskultur und der serologische Nachweis von Antikörpern zur Verfügung. Als Goldstandard hinsichtlich Sensitivität und Spezifität ist die PCR zu nennen.

Für den behandelnden Arzt kann bereits eine schnelle Diagnostik mittels Influenzaschnelltest (near-patient test) hilfreich sein. Die Sensitivität dieser Tests ist allerdings, je nach Influenza-typ bzw. -subtyp, lediglich gut bis mäßig. Bei gleichzeitig relativ hoher Spezifität hat ein posi-tiver Schnelltest während einer Influenzawelle eine hohe Aussagekraft, jedoch schließen ne-gative Tests eine Influenza nicht aus.

Zu beachten ist, dass grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit eines positiven Labortests nach den ersten zwei Erkrankungstagen kontinuierlich abnimmt und selbstverständlich auch von der Qualität des Probenmaterials abhängt. Zum Beispiel haben Abstriche aus der Nase eine höhere Sensitivität als Proben aus dem Rachenraum.

Die Virusisolierung mittels Kultur ist in der Regel spezialisierten Laboratorien wie dem  Nationalen Referenzzentrum für Influenza vorbehalten. Ein serologischer Antikörpernachweis mittels Hämagglutinationshemmtest oder Mikroneutralisationstest ist eher im Rahmen epide-miologischer Studien von Bedeutung.

Quelle: Robert Koch Institut (Auszug aus RKI Ratgeber für Ärzte Saisonale Influenza)

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.